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Reparationsschuld. Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag und Diskussion mit Dr. Dr. Karl Heinz Roth (Stiftung für Sozialgeschichte, Bremen)

Die Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag vergeblich Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert. Nach dem Krieg wurde in der BRD alles getan, um die offenen Forderungen nach Reparationen und Entschädigungen zahlreicher Opfergruppen und Länder abzuwehren. Bis heute haben sich alle Bundesregierungen der Nachkriegszeit einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung verweigert.
In den derzeitigen Verhandlungen der Europäischen Zentralbank, der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds mit Griechenland über die Fortsetzung des Schuldendienstes fordert vorrangig Deutschland weitere Maßnahmen, die anhaltend zu Verarmung und wirtschaftlichem Ruin führen. Die eigenen Schulden infolge von Krieg, Vernichtung und Besatzung in den Jahren 1941 bis 1944 wurden dabei längst unter den Tisch gekehrt. Jedoch sind die heutigen Gläubiger- und Machtverhältnisse ohne die Geschichte nicht denkbar.
Dabei geht es insbesondere um die deutsche Zwangsanleihe bei der griechischen Zentralbank, das der jüdischen Gemeinde Thessaloniki geraubte Gold sowie die Entschädigung der über 100 griechischen Märtyrerdörfer, in denen die Wehrmacht und die SS Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichteten. Die Autoren plädieren dafür, diese Forderungen im Rahmen der OSZU zu verhandeln und wenigstens teilweise zu erfüllen.“ (Auszug)

Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren in diesem im Frühjahr 2017 im Metropol Verlag erschienen Arbeits- und Dokumentenband die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De-Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei-plus-Vier-Vertrag“) kulminierten.

Weitere Infos vom Anbieter

Förderungsart: Politische Bildung (HH) Förderung Kurse 2017 (Landeszentrale für politische Bildung)
Unterrichtsart: Vortrag
Präsenzunterricht i

Zeiten, Orte

Für dieses Angebot ist momentan eine Zeit bzw. Ort bekannt:

ZeitenDauerArtPreisOrt, Bemerkungen
19.09.17
20:00 - 22:00 Uhr
1 Tag Abends
Präsenzunterricht
Mi.
10 € Steindamm 45
20099 Hamburg-St. Georg

Veranstaltungsort: Polittbüro

Anbieteradresse
Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg - Hamburger Forum für Analyse, Kritik und Utopie e.V.
Alstertor 20
20095 Hamburg-Altstadt
Tel: 040 - 28 00 37 05
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